Gendern oder was?

In eigener Sache:

Mit diesem Artikel werden wir uns hoffentlich viele Freunde machen, aber sicherlich auch ein paar Feinde (was aber schade wäre). Es geht um das Thema „Gender“ bzw. „Anreden“.

Vorweg: leider wurden Menschen, die sich keinem Geschlecht zugehörig gefühlt haben, bis vor kurzem von der Gesellschaft falsch behandelt. Das war nicht richtig und wir begrüßen ausdrücklich, dass jeder so leben kann und soll, wie er möchte.


Aber Radioleute, Moderatoren und Redner kommen langsam in Schwierigkeiten. Wir fragen uns, werden Sätze in Moderationen oder Reden immer länger, weil alle Geschlechter erwähnt werden müssen? Wir haben uns an das „Genossinnen und Genossen“ der SPD und der populistischen Partei „Die Linken“ schon gewöhnt, aber nun gibt es laut Gesetz offiziell ein weiteres Geschlecht, das „divers“. Und nun? Und was ist mit den 60 verschiedenen Geschlechtern, die es laut Facebook gibt (siehe weiter unten).

Und warum heißt es immer „Sehr geehrte Damen und Herren“, und nicht auch mal „Sehr geehrte Herren und Damen“ oder einfach nur „Hallo“? Und wo bleibt in der Anrede das divers? wie schreibt man das?

Wir haben uns vor dem Sendestart entschieden, dass wir unsere Hörer „duzen“ und in der Gruppe „euch“ sagen. Auch wir lassen uns mit DU anreden, das ist unter Medienmenschen, Landwirten oder Piloten sowieso selbstverständlich. Und in Norddeutschland? Da kommt man mit den DU schnell weiter.

Im englischen Sprachgebrauch gibt es gar keinen Unterschied zu SIE und DU, es gibt das YOU; es wird lediglich in den Umgangsformen unterschieden. Beispiel: “Mr. Harris, please can you give me…” oder ”Jack, please can you give me…”

Aber schon fällt im Text auf, dass wir das Wort „Hörer“ nutzen. Was ist mit den Hörerinnen oder anderen Geschlechtern? Gibt es Hördivers? Was muss wirklich gesagt werden?


Müssen sich jetzt Bürgermeister umbenennen in „Bürgerinnen- und Bürger­meister“? Und was ist mit dem „Einwohnerinnen- und Einwohnermeldeamt“?

Die Petition gegen das Gendern finden Sie hier


Ist das das Wort Hörer wirklich ein männlicher Begriff? Was ist mit dem Bäcker? Ist es das Wort für den männlichen Bäcker oder ist es der Begriff für das Handwerk (Bäckerhandwerk und nicht Bäckerinhandwerkerin)? Wenn Handwerk als Begriff richtig ist, dann gäbe es Bäckerinnen (weiblich) und Bäckerer (männlich).

Und warum werden negative Wörter nicht gegendert? Wir vermissen Gangsterinnen, Verbrecherinnen, Steuerhinterzieherinnen.

Und so wird immer mehr „gegendert“. (siehe weiter unten)


Dazu der Dichter Reiner Kunze: „Sprachgenderismus ist eine aggressive Ideologie“

Wer als Freidenker im totalitären Staat der DDR so lange der Indoktrination ausgesetzt war wie Dichter Reiner Kunze, der 1977 mit seiner Ehefrau Elisabeth in den Westen übersiedelte und in Erlau im Landkreis Passau lebt, der hegt eine tiefe Skepsis gegen verordnete Gebote des Denkens und Redens. Zum Thema Gendersprache, das der Deutsche Rechtschreibrat am Freitag (erfolglos) in Wien debattiert hat, nimmt der 84-jährige Sprachkünstler, der am 23. Juni mit aufrüttelnder Lyrik die Festspiele Europäische Wochen Passau eröffnet, eine klare Haltung ein, in welcher der Widerwille gegen Ideologien und die Liebe zu Reichtum und Freiheit der Sprache gleichermaßen zum Ausdruck kommen. Mit Reiner Kunzes freundlicher Genehmigung veröffentlichen wir seine Gedanken zum Sprachfeminismus hier im Wortlaut:

„Es gibt ein grammatisches Geschlecht (Genus) und ein natürliches Geschlecht (Sexus). Genus ist das Geschlecht des Wortes (Maskulinum [der], Femininum [die], Neutrum [das], Sexus ist das Geschlecht von Lebewesen.

Das Geschlecht des Wortes (männlich, weiblich oder sächlich) stimmt nicht immer mit dem Geschlecht des Lebewesens überein, das durch das Wort bezeichnet wird. Es gibt maskuline Wörter, die nicht nur männliche Personen bezeichnen, zum Beispiel Gast, Säugling oder Filmstar, feminine Wörter, die nicht nur weibliche Personen bezeichnen, zum Beispiel Waise, Majestät oder Geisel, und Neutra, die männliche und weibliche Personen oder nur eine einzige Person natürlichen Geschlechts bezeichnen, zum Beispiel Mitglied, Staatsoberhaupt, Weib oder Kind. Diese Wörter sind in ihrer Bedeutung geschlechtsübergreifend.

Wer diese Ausdrucksmöglichkeiten für sein natürliches Geschlecht als diskriminierend empfindet und ihren Gebrauch bekämpft, bekämpft die Sprache, indem er ihre Verarmung befördert. Er beraubt die Menschen der Möglichkeiten, in allgemeinen, geschlechtsübergreifenden Begriffen zu sprechen, was zum Verschwinden ungezählter Wortbedeutungen führt. Der Wähler ist dann stets ein Mann, die Wählerin eine Frau, das geschlechtsneutrale Wort für eine Person, die wählen geht, ist jedoch verschwunden.

Redewendungen wie „Übung macht den Meister“ oder „Der Klügere gibt nach“ dürften nicht mehr gebraucht werden, weil die geschlechtsübergreifende Bedeutung nicht mehr gedacht werden darf.

Sätze wie „Frauen sind eben doch die besseren Zuhörer“ könnten überhaupt nicht mehr formuliert werden, da die sprachfeministisch korrekten Versionen „Frauen sind eben doch die besseren Zuhörerinnen“ oder „Frauen sind eben doch die besseren Zuhörerinnen und Zuhörer“ ad absurdum führen würden.

Wo es möglich ist, ersetzt man die Doppelform durch Partizipien wie „Studierende, Lehrende oder Lernende“ oder neue Begriffe wie „Lehrperson“, was ein abstraktes und entfremdendes Deutsch und einen papierenen Stil ergibt.

In einem österreichischen Universitätsmagazin heißt es: „Besorgniserregend ist die Entscheidung des Bildungsministeriums, nur mehr gendergerechte Schulbücher zu approbieren. So liest man in einem Unterstufen[!]-Deutschbuch folgende Aufforderung: ,Eine/r ist Zuhörer/in, der/die andere ist die Vorleser/in. Eine/r liest den Abschnitt vor, der/die Zuhörer/in fasst das Gehörte zusammen.‘“ Man schreibe nie, was man nicht sprechen kann, oder was zu einer Verkrüppelung der gesprochenen Sprache führt (Professx, Stud_entin, Trans*autoren, Akteure/innen [gendergerechte Schreibweisen nach Prof. Dr. phil Lann Hornscheidt, geb. Antje Hornscheidt, Humboldt-Universität Berlin]). In dem österreichischen Schulbuch hat man für Kinder gedruckt,was sich nicht einmal fließend lesen läßt.

Die Sexualisierung der Sprache durch die Diskreditierung geschlechtsübergreifender Wortbedeutungen hat eine eklatante Verarmung und Bürokratisierung der Sprache, die Denunzierung aller Sprechenden, die sich dagegen verwahren, und eine Einschränkung der Freiheit des Denkens zur Folge. Der Sprachgenderismus ist eine aggressive Ideologie, die sich gegen die deutsche Sprachkultur und das weltliterarische Erbe richtet, das aus dieser Kultur hervorgegangen ist.“

Quelle: https://www.pnp.de/lokales/stadt_und_landkreis_passau/passau_land/2971049_Dichter-Reiner-Kunze-Sprachgenderismus-ist-eine-aggressive-Ideologie.html?fbclid=IwAR0Qy7OQb-k8RTsjuoGqDY52xmUtvvPIFIK2qU5lE6FJs3iiBMEURhLasQQ


Was ist eigentlich Gender?

Gender ist ein Begriff in den Sozialwissenschaften und bezeichnet Geschlechtseigenschaften, welche eine Person in Gesellschaft und Kultur beschreiben. Das Ende des 20. Jahrhunderts erstmals geisteswissenschaftlich-philosophisch beschriebene „Gender“ steht in Abgrenzung zu den biologischen Geschlechtern (engl. sex, „Geschlecht“) des Menschen. Es beschreibt die nicht an biologische Merkmale gebundenen Geschlechtsaspekte der Menschen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Gender

Bist du gender oder was? – Quelle: Zeit Online
https://www.zeit.de/kultur/2017-09/gender-studies-vorwuerfe-feminismus-10nach8/seite-2

Drittes Geschlecht „divers“: Die LGBT-Promis sind begeistert – Quelle: Promiflash
Frage vorab: kennt jemand diese angeblichen Promis?
https://www.youtube.com/watch?v=9Y0eiqFecPs

Gender-Wahnsinn – Missgestaltung der Sprache – Quelle 3sat
https://www.youtube.com/watch?v=tXwRZhaXGLg

Zwischen Feminismus und Grundlagenforschung: Wozu Gender Studies? – Quelle BR alpha
https://www.youtube.com/watch?v=obD8tF785mA


Und zum Schluß, die 60 wählbaren Geschlechter bei Facebook
Vorab: bei der Wahl der Geschlechtsangabe kann bei Facebook unter 60 Geschlechtern gewählt werden – man kann das Feld aber auch frei lassen. Und wir vermissen in der Liste ganz einfach die Begriffe „männlich“ oder „weiblich“ oder Frau oder Mann.

https://www.stern.de/digital/online/neue-profileinstellungen-facebook-kennt-jetzt-60-geschlechter-3616514.html

androgyner Mensch
trans* männlich
Trans* Mann
Trans* Mensch
Trans* Frau
transfeminin
Transgender
transgender weiblich
transgender männlich
Transgender Mann
Transgender Mensch
Transgender Frau
transmaskulin
transsexuell
weiblich-transsexuell
männlich-transsexuell
transsexueller Mann
transsexuelle Person
transsexuelle Frau
Inter*
Inter* weiblich
Inter* männlich
Inter* Mann
Inter* Frau
Inter* Mensch
intergender
intergeschlechtlich
zweigeschlechtlich
Zwitter
Hermaphrodit
Two Spirit drittes Geschlecht
Viertes Geschlecht
XY-Frau
Butch
Femme
Drag
Transvestit
Cross-Gender